Donnerstag, 21. März 2013

Muntawintji NP-Tibooburra

In der vergangenen Nacht hat es, kaum dass wir im Bett waren, wieder einmal wie verrückt angefangen, zu winden. Das hielt die ganze Nacht und auch beim Frühstück am Morgen an, so dass wir alles festhalten mussten, damit es nicht vom Tisch fällt.

Es hatte dann am Morgen auch rundrum dichte, schwarze Wolken und nur am Horizont einen schmalen, blauen Streifen.
Wir sind dann mit einem leicht komischen Gefühl in Richtung Tibooburra losgefahren.
Die Straßen hier sind alle sehr sandig mit sehr wenig Steinanteilen, so dass sie sich bei Regen innerhalb kurzer Zeit in einen Morast verwandeln und auch gesperrt werden. Wie sie das mit der Sperrung allerdings machen, wenn du irgendwo in der Mitte bist, wissen wir nicht.

Am Morgen hatte es unheimlich viele große Adler, die bis zu 2,3 Meter Spannweite haben. Die sind allerdings sehr scheu und hauen meistens schon ab, wenn du mit dem Auto noch weit weg bist.
Da man zwar am Horizont immer mal ein paar Regenstreifen gesehen hat, es aber bei uns trocken war, haben wir uns entschlossen, noch einen 100km -Umweg über White Cliffs zu machen. Hier graben die Verrückten nach Opalen. Man braucht keinerlei Lizenz und kann sich einfach einen Claim abstecken und anfangen zu buddeln. Cooper Pedy, wo wir noch hinkommen, in klein.

Die ganze Gegend ist umgezackert und überall sind Löcher im Boden.

Die Stromversorgung der Stadt war mal revolutionär, eine Solar-Power-Station. Allerdings funktioniert zwischenzeitlich die Ausrichtung der Spiegel nicht mehr und Ersatzteile gibt es keine, so dass nur noch ein paar öffentliche Gebäude mit dem Strom von hier versorgt werden.
Die Geschäfte sind teilweise einfach in die alten Stollen gebaut.

Nach 2 Stunden waren wir dann auch in White Cliffs durch und sind nach Tibooburra gefahren, wo wir heute übernachten. (mit Internet und Strom)
Der Himmel hellte sich langsam auch ein bisschen auf und der Wind lies nach. Allerdings war es, als die Sonne raus kam, sofort unterträglich heiß, so um die 40 Grad. Der immer noch vorhandene, gemäßigte Wind bließ wieder wie aus dem Fön, komplett heiß.
Völlig überraschend gab es dann mal mitten in dem trockenem Wüstengebiet einen richtig schönen See.

Und hier haben wir endlich Alberts Geldquelle gefunden, die er aber ziemlich vergammeln lässt.

Die liegt 40 km vor Tibooburra, eine alte Goldgräberstadt mit gerade noch 2 Einwohnern. Die widmen sich ausschließlich der Känguruhjagd und verkaufen das Fleisch.
Das einzig erhaltene Gebäude ist das heutige Visitor-Center, das von Volunteers betreut wird. Das sind meist pensionierte Ehepaare mit ihren Wohnwägen, die ein paar Wochen Freiwilligendienst ableisten. Eben an solchen Stellen, manchmal auch an Bushcamps, wo sie Grills putzen und nach dem Rechten schauen.

Die alte Poststation soll mit Hilfe dieser Volunteers als nächstes renoviert werden.
In den ganzen Straßenkarten sind das Hotel am Ort und auch die Tankstelle noch verzeichnet, obwohl hier seit Jahren kein Benzin und Disoleum mehr verkauft wurden. Wenn Albert nicht alles vergammeln ließe, wäre das ja ganz nett hier.


Jetzt hatten wir gerade ein aufregendes Abendessen nach dem schönen Sonenuntergang, den wir wegen der vielen Fliegen wieder abwarten mussten.

Allerdings kamen mit der Dunkelheit dann unzählige Fliegekäfer, die wir irgendwie von unserem Essen fernhalten mussten und die sich selbst ins heiße Spülwasser stürzten.


Pervers ist, dass wir jetzt wieder, seit wir hier sind, die Klimaanlage laufen haben, um einigermaßen erträgliche Temperaturen in die Karre (C.: nein, ist liebes WoMo) zu bringen, während wir vor 3 Tagen noch die Nacht durchgeheizt haben.
Irgendwie ist das Wetter auch hier komisch. Es ist hier jetzt 22:38 Uhr und wir haben drauén 27,8 Grad.

Ach, und dann noch das. Als wir gestern aus Broken Hill raus fuhren, kam am Highway irgendwann ein Schild, dass wir die Uhr wieder mal umstellen müssen. Ist mir jetzt aber grad egal, ich stell keine Uhr mehr um. Ich weiß also gar nicht so genau, wie spät es jetzt ist.

Grüße

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